Wenn die Temperaturen steigen, zieht es viele Urlauber an den Gardasee. Doch abseits der bekannten Uferpromenaden und beliebten Badebuchten hält Garda Trentino zahlreiche Orte bereit, die selbst viele Stammgäste kaum kennen. Versteckte Wasserfälle, glasklare Bergseen und idyllische Naturbecken bieten an heißen Sommertagen willkommene Abkühlung – oft fernab der großen Besucherströme. Wer die Region aktiv erkunden möchte, entdeckt dabei eine überraschend vielseitige Wasserlandschaft zwischen Bergen, Wäldern und mediterranem Klima.
Der Gardasee selbst ist längst als Paradies für Wassersportler bekannt. Ob Segeln, Windsurfen, Wingfoil, Stand-up-Paddling oder Kajak – die konstanten Winde und das milde Klima machen die Region zu einem der beliebtesten Wassersportreviere Europas. Doch nur wenige Kilometer vom Nordufer entfernt warten zahlreiche weitere Naturjuwele darauf, entdeckt zu werden.
Ein besonders beliebtes Ausflugsziel ist der Ledrosee, der eingebettet zwischen bewaldeten Berghängen im gleichnamigen Tal liegt. Mit Wassertemperaturen von bis zu 24 Grad im Sommer bietet er ideale Bedingungen zum Schwimmen, Stand-up-Paddling, Segeln oder Wakeboarden. Gleichzeitig gilt das Ledrotal als Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen und Canyoning-Touren durch schmale Schluchten und Wildbäche. Trotz seiner Beliebtheit geht es hier deutlich ruhiger zu als am Gardasee.
Nicht weniger beeindruckend präsentiert sich der Tennosee, der nur wenige Kilometer von Riva del Garda entfernt liegt. Sein intensiv türkisfarbenes Wasser wirkt fast unwirklich und hat ihm den Ruf eingebracht, einer der schönsten Bergseen Norditaliens zu sein. Umgeben von dichten Wäldern und Felsen lädt der kleine See zum Baden, Entspannen oder zu einem Spaziergang entlang des Ufers ein. Gemeinsam mit dem Ledrosee gehört er zum UNESCO-Biosphärenreservat Alpi Ledrensi e Judicaria. Auch der Terlago- und der Lamarsee tragen die Blaue Flagge, ein internationales Gütesiegel für ausgezeichnete Wasserqualität, nachhaltiges Umweltmanagement und hohe Sicherheitsstandards.
Neben den Seen prägen zahlreiche Wasserfälle die Landschaft von Garda Trentino. Viele von ihnen liegen versteckt in bewaldeten Tälern und sind nur über Wanderwege erreichbar. Gerade diese abgeschiedenen Orte sorgen an heißen Sommertagen für eine angenehme Erfrischung.
Eine besonders reizvolle Tour führt entlang der alten Römerstraße nach Croina. Der Rundweg folgt über weite Strecken dem Bach Massangla, passiert die historische Bugatini-Wassermühle und endet am Wasserfall Gorg d’Abiss oberhalb von Tiarno di Sotto. Dort sammelt sich das Wasser in einem natürlichen Felsenbecken, das Wanderern eine willkommene Abkühlung bietet. Die Strecke verbindet Natur, Geschichte und landschaftliche Vielfalt und eignet sich auch für weniger geübte Wanderer.
Ebenfalls empfehlenswert ist der Wanderweg entlang der Roggia di Calavino im Valle dei Laghi. Der historische Bewässerungskanal führt durch Weinberge und schattige Waldstücke vorbei an kleinen Wasserfällen und Bächen. Das sanfte Rauschen des Wassers begleitet die Wanderung nahezu auf der gesamten Strecke und macht sie gerade im Hochsommer zu einem angenehmen Ausflugsziel.
Natur und Kunst verbinden sich auf einer weiteren Tour im Naturpark Adamello-Brenta. Der Wanderweg zwischen dem Wasserfall Rio Bianco und dem Kunstprojekt Bosco Arte Stenico führt durch eine eindrucksvolle Landschaft, in der sich Installationen internationaler Künstler harmonisch in die Natur einfügen. Ergänzt wird die Route durch einen Naturlehrpfad mit interaktiven Stationen und Informationstafeln, die Wissenswertes über Flora, Fauna und die Entstehung der Landschaft vermitteln.
Sportlich wird es am Wasserfall des Rio Ruzza bei Ballino. Der rund 100 Meter hohe Wasserfall lockt nicht nur Wanderer, sondern auch Kletterfreunde. Über den Klettersteig „Signora delle Acque“ verläuft eine anspruchsvolle Route direkt entlang der Felswände. Immer wieder eröffnen sich spektakuläre Ausblicke auf die herabstürzenden Wassermassen. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und eine entsprechende Ausrüstung sind für diese Tour allerdings Voraussetzung.
Ein echter Geheimtipp befindet sich schließlich direkt am Gardasee. Der Cascata del Ponale liegt versteckt in einer schmalen Felsspalte unterhalb der Rocchetta und ist vom Land kaum erreichbar. Am besten lässt sich der kleine Wasserfall mit dem Stand-up-Paddle-Board oder Kajak entdecken. Vom Strand in Purfina aus führt die Tour entlang steiler Felswände und kleiner Buchten mit kristallklarem Wasser bis zum ehemaligen Ponale-Hafen. Dort verbirgt sich der Wasserfall in einer engen Schlucht und belohnt die Anfahrt mit einer besonders eindrucksvollen Naturkulisse.
Wer Garda Trentino besucht, muss sich also nicht auf den Gardasee beschränken. Die Region bietet zahlreiche versteckte Seen, Wasserfälle und Naturplätze, die selbst in der Hochsaison Ruhe und Erholung versprechen. Ob entspannte Wanderung, sportliches Abenteuer oder eine Abkühlung im glasklaren Bergwasser – abseits der bekannten Ausflugsziele zeigt sich Garda Trentino von seiner ursprünglichen und überraschend vielseitigen Seite.