Obertauern: Saisonauftakt im Schnee

Ski und Rodel gut in Obertauern nahe Salzburg.
Ski und Rodel gut in Obertauern nahe Salzburg.

Schon die Anreise macht deutlich, warum Obertauern seit Jahrzehnten als Garant für Schnee gilt. Vom Flughafen Salzburg führt der Weg stetig bergauf, vorbei an zunehmend weißer Landschaft, bis sich auf rund 1.700 Metern Seehöhe ein geschlossenes Winterpanorama öffnet. Obertauern empfängt seine Gäste kompakt, übersichtlich und mitten im Skigebiet – ein Ort, der vollständig auf den Winter eingestellt ist.

Untergebracht ist unsere Gruppe im traditionsreichen Hotel Römerhof. Nach dem Check-in bleibt Zeit zum Durchatmen: ein Spaziergang durch den Ort, erste Eindrücke der umliegenden Berge, das Knirschen des Schnees unter den Schuhen oder eine gemütliche Nachmittagsjause im Hotel. Praktisch zeigt sich Obertauern auch in den Details: Der Skiverleih befindet sich direkt im Hotel, das Ausleihen der Ausrüstung erfolgt schnell und unkompliziert.

Hotel Römerhof in Obertauern.
Hotel Römerhof in Obertauern.

Humor trifft Hochgenuss: Der Galaabend zum Auftakt

Der erste Abend markiert den offiziellen Beginn der Ski-Opening-Woche. Beim Gala-Kabarettabend mit Gernot Kulis verbinden sich Humor und Kulinarik zu einem stimmungsvollen Auftakt. Nach einem Begrüßungs-Sekt begeistert Kulis rund 90 Minuten lang mit pointierten Beobachtungen und feinem Wortwitz. Rund 250 Gäste erleben einen humorigen Abend in persönlicher Atmosphäre.

Im beheizten VIP-Zelt klingt der Abend bei Galabuffet und erlesenen Getränken aus. Begleitet wird der Abend von Tourismusdirektorin Mona Maier und Mario Siedler, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Obertauern, die mit spürbarer Begeisterung durch das Programm führen.

Skifahren rund um den Ort

Der nächste Morgen beginnt klassisch: Frühstück, Skikleidung und für die Skifahrer geht es ab auf die Piste. Treffpunkt ist die Talstation der Grünwaldkopfbahn. Obertauern präsentiert sich bereits zu Saisonbeginn in Bestform. Nahezu alle Lifte und Abfahrten sind geöffnet, die Pisten perfekt präpariert.

Das Besondere: Man fährt rund um den Ort, ohne ihn verlassen zu müssen. Kurze Wege, abwechslungsreiche Abfahrten und Schneesicherheit bis weit ins Frühjahr machen Obertauern zu einem der effizientesten Skigebiete der Alpen.

Wer nicht Ski fährt, kann wandernd die Gegend erkunden.

Winter abseits der Piste

Nicht jeder Tag in Obertauern muss auf Skiern verbracht werden – und genau darin liegt eine der großen Stärken des Ortes. Während die einen Schwünge ziehen, nutzen andere die vielfältigen Möglichkeiten abseits der Pisten. Bei einem Winterspaziergang zeigt sich Obertauern von seiner ruhigen Seite: verschneite Wege, klare Bergluft und weite Ausblicke sorgen für Entschleunigung und neue Energie.

Auch wenn Obertauern vor allem für Schneesicherheit und Skivergnügen bekannt ist, erkennt man inzwischen einen Wandel: Der Ort entwickelt sich zunehmend zu einer Destination, in der Bewegung und Entspannung bewusst miteinander verbunden werden. Neben Winterspaziergängen durch die verschneite Landschaft gewinnt vor allem das Thema Wellness immer stärker an Bedeutung.

Viele Hotels im Ort haben in den vergangenen Jahren kräftig investiert und ihre Spa-Bereiche erweitert oder völlig neu gestaltet. Das Ergebnis ist ein Angebot, das weit über klassische Saunen hinausgeht und den Winterurlaub um eine wohltuende Dimension ergänzt. Nach Stunden an der frischen Bergluft wird Wärme zum Luxus – und Ruhe zum eigentlichen Erlebnis.

Ein besonders eindrucksvolles Beispiel dafür ist das Mountain Refugium im Hotel Römerhof. Der über 1.200 Quadratmeter große SPA-Bereich verbindet unterschiedliche Wellnesswelten und spricht damit verschiedene Bedürfnisse an. Familien finden im Family SPA eine belebte römische Badekultur, die Entspannung und gemeinsame Zeit miteinander vereint. Wer bewusst Abstand vom Trubel sucht, taucht im neuen Adults-only-SPA in eine Welt der Regeneration ein. Moderne Saunalandschaften, stilvolle Ruhezonen und ein zurückhaltendes Design schaffen Raum für Erholung von Körper und Geist.

Wellness direkt an der Piste wird in Obertauern damit zum festen Bestandteil des Aufenthalts – nicht als Nebensache, sondern als gleichwertige Alternative zum Skitag. Der Ort beweist, dass Wintersport und bewusste Entschleunigung kein Widerspruch sind, sondern sich ideal ergänzen. Gerade diese Balance macht Obertauern heute für ein breiteres Publikum attraktiv und verleiht dem klassischen Skiurlaub eine zeitgemäße Tiefe.

Neues Sportzentrum: Vom Olympia-Stützpunkt zum Ganzjahresangebot

Zum Mittag treffen wir uns im Restaurant des neuen Sportzentrums. Bei Essen und Rundgang wird deutlich, welch zentrale Rolle das Gebäude für die Zukunft des Ortes spielt.

Nach jahrelangem Leerstand wurde das ehemalige Olympiazentrum auf rund 1.800 Metern Seehöhe neu eröffnet. Einst trainierten hier Ski-Legenden wie Hermann Maier für den Leistungssport. Heute soll das Sportzentrum den Ganzjahrestourismus stärken und richtet sich bewusst an Gäste und Einheimische.

Statt Hochleistungstraining stehen nun vielfältige Angebote für den Hobbysport im Fokus: ein modernes Fitnessstudio, drei Kegelbahnen, ein Golfsimulator sowie Plätze für Tennis-Freunde. Ein wetterunabhängiger Treffpunkt, der Obertauern neue Perspektiven eröffnet.

Konzertabend mit Edmund

Der Nachmittag bleibt frei – für weitere Abfahrten oder Entspannung im Wellnessbereich. Am Abend folgt der nächste Höhepunkt der Ski-Opening-Woche. Die Austropop-Band Edmund sorgt auf dem Festplatz für Stimmung. Rund 2.000 Besucher feiern bei bekannten Songs und ehrlichen Texten. Die Melodien bilden einen stimmungsvollen Kontrast zur winterlichen Bergkulisse.

Ski-Opening 2025 mit Edmund.
Ski-Opening 2025 mit Edmund.

Mittagessen mit Tiefgang: Begegnung im Treff 2000

Der dritte Tag beginnt erneut mit Skifahren oder Entspannung. Zum Mittagessen ist im Restaurant Treff 2000 reserviert, direkt an der Bergstation der Grünwaldkopfbahn. Große Fenster geben den Blick auf die Skifahrer und das Skigebiet ringsum frei, während drinnen eine entspannte Atmosphäre herrscht.

Mit am Tisch sitzt Hermann Koch von der Skischule Koch – eine prägende Persönlichkeit in Obertauern. Als ehemaliger Leiter der traditionsreichen Skischule hat er Generationen von Skifahrern ausgebildet und gibt auch heute noch wertvolle Tipps. Doch Koch ist weit mehr als nur Skilehrer, denn er hat auch zahlreiche Weltrekorde aufgestellt. 

In diesem Jahr stellte er einen neuen Rekord auf: mehr als 190 Aufstiege in einer Saison mit Tourenski auf das Zehnerkar. Seine Motivation erklärt er ruhig und klar: „Mit meinen Aktionen möchte ich Menschen inspirieren, ihre eigenen Grenzen zu überwinden und neue Herausforderungen anzunehmen. Es geht nicht nur um Rekorde, sondern darum, Leidenschaft und Begeisterung für den Sport zu teilen.“

Ein zentraler Aspekt seiner Projekte ist die Wohltätigkeit. Koch nutzt seine sportlichen Leistungen, um Aufmerksamkeit und Unterstützung für gemeinnützige Organisationen zu generieren.

Das Gespräch entwickelt sich rasch zu einem der eindrucksvollsten Momente der Reise – man hört gebannt zu und hätte noch lange weiterreden können.

Schlittentour auf der Gnadenalm.

Romantik im Schnee und Rückblick auf erfolgreiche Eventtage

Am frühen Abend geht es mit dem Pferdeschlitten durch die verschneite Landschaft. Zwei PS, Stille, Sternenhimmel und Winterromantik prägen den Weg rund um die Gnadenalm, wo ein Fondue-Abend den Tag ausklingen lässt.

Mehr als ein Skigebiet

Die Pressereise fällt in eine Phase erfolgreicher Eventtage. Den Auftakt der Ski-Opening-Woche bildete Ende November ein Open-Air-Konzert von Seiler und Speer mit rund 6.000 Besuchern, gefolgt vom Kabarettabend mit Gernot Kulis und dem Abschlusskonzert von Edmund. Obertauern setzte damit ein starkes Zeichen für den Start der Wintersaison 2025/26 und zeigte einmal mehr, wie vielfältig und lebendig Obertauern ist. Nach vier Tagen im Schnee bleibt genau dieser Eindruck. Obertauern verbindet Schneesicherheit mit Eventkultur, Tradition mit neuen Ideen – und präsentiert sich als Winterdestination, die weiß, was sie kann und wohin sie will.